Archiv Zahlen des Monats


Archiv – Zahl des Monats

Hier finden Sie die vergangenen Beiträge zur Rubrik „Zahl des Monats“, wo wir jeden Monat Zahlen zu ausgewählten Fokusthemen rund um die Gesundheit der Menschen in Baden-Württemberg veröffentlichen.


Weltkrebstag: Rund 26.000 Sterbefälle im Land durch Krebserkrankungen verursacht
Jährlich findet am 4. Februar der Weltkrebstag statt mit dem Ziel, Krebserkrankungen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Laut der Todesursachenstatistik starben 2022 insgesamt 25.915 Menschen aus Baden-Württemberg an den Folgen einer Krebserkrankung (bösartige Neubildung). Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind dies rund 21% aller Todesfälle in Baden-Württemberg. Damit sind Krebserkrankungen nach Herz-Kreislauferkrankungen weiterhin die zweithäufigste Todesursache im Land. Die Daten auf Landes- und Stadt-/Landkreisebene finden Sie – zur besseren Vergleichbarkeit umgerechnet auf 100.000 Einwohnende – hier im Gesundheitsatlas. Detaillierte Daten zu Krebsneuerkrankungen, Prävalenzen und Sterbefällen können für Baden-Württemberg beim interaktiven Datenportal des Krebsregister BW abgerufen werden: Onlinebericht (krebsregister-bw.de).



Baden-Württemberg ist das Bundesland mit der höchsten Lebenserwartung bei Geburt
Nach den Ergebnissen der aktuellen Sterbetafelberechnungen 2020-2022 liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt in Baden-Württemberg bei gegenwärtigen Sterberisiken für Männer bei 79,7 Jahren und für Frauen bei 84,1 Jahren. Im bundesweiten Vergleich hat Baden-Württemberg seit Jahren die höchste Lebenserwartung in Deutschland (Bundesdurchschnitt: Männer 78,3 Jahre; Frauen 83,2 Jahre). Innerhalb des Landes weisen derzeit Frauen in Heidelberg mit 85,4 Jahren und Männer in Tübingen mit 81,6 Jahren die höchste Lebenserwartung auf. Daten zur geschlechtsspezifischen Lebenserwartung in den Stadt-/Landkreisen finden Sie für Männer und Frauen hier im Gesundheitsatlas.



— 2023 —



Am 1. Dezember ist Welt-AIDS-Tag
Der Welt-AIDS-Tag findet seit mehr als 30 Jahren am 1. Dezember statt, um Solidarität mit Menschen mit HIV und AIDS zu zeigen. Zusätzlich sollen Politik und Gesellschaft sensibilisiert werden. Nach den aktuellen Daten (Stand 01.05.23) im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts kam es in Baden-Württemberg zu einem Anstieg der gemeldeten HIV-Neudiagnosen von 250 Fällen im Jahr 2021 auf 436 Fällen im Jahr 2022. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, dass ein Großteil der HIV-Neudiagnosen in 2022 auf Menschen aus der Ukraine entfallen. Bei den meisten dieser Fälle handelt es sich nicht um tatsächliche HIV-Neuinfektionen, sondern um einen erstmaligen Nachweis in Deutschland. Ohne Meldungen mit Herkunftsangabe Ukraine lag die Zahl der HIV-Neumeldungen in Baden-Württemberg bei 325. Die Daten auf Landesebene finden Sie – zur besseren Vergleichbarkeit umgerechnet auf 100.000 Einwohnende – hier im Gesundheitsatlas. Weitere Informationen zum Thema HIV/AIDS finden Sie hier.



Movember: Mit Schnurrbart für Männergesundheit!
Im Namen der Movember-Bewegung lassen Männer sich weltweit jedes Jahr im November einen Schnurrbart wachsen. Durch den Movember, eine Kombination der Worte moustache (deutsch: Schnurrbart) und November, soll weltweit auf das Thema Männergesundheit aufmerksam gemacht werden. Das veränderte Aussehen soll auch Gespräche über wichtige Tabuthemen wie z.B. Prostatakrebs anregen. Prostatakrebs gehört laut dem Krebsregister Baden-Württemberg mit 28,3 % (2021) aller Krebsneuerkrankungen zur häufigsten Krebsdiagnose bei Männern in Baden-Württemberg. 2021 erkrankten 9.388 Männer in Baden-Württemberg an Prostatakrebs. Die meisten Neuerkrankungen traten ab ca. 70 Jahren auf. Trotz langen Überlebenszeiten im Frühstadium zählt Prostatakrebs zur zweithäufigsten Krebstodesursache bei Männern in Baden-Württemberg. Die Todesursachenstatistik verzeichnete 2021 hierzu insgesamt 1.851 Sterbefälle (die meisten über 85 Jahre.) Die Daten auf Landes- und Stadt-/Landkreisebene finden Sie hier im Gesundheitsatlas. Weitere Informationen finden Sie beim Krebsregister Baden-Württemberg.



Am 1.10.2023 ist internationaler Tag der älteren Menschen
Der Tag der älteren Menschen ist auch unter dem Namen „Weltseniorentag“ bekannt und findet seit 1990 jährlich am 1.Oktober statt, um auf die Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft und die Situation älterer Menschen aufmerksam zu machen. In Baden-Württemberg lebten am 31.12.2022 rund 2,35 Mio. Personen, die 65 Jahre oder älter waren. Dies entspricht einem Anteil von 20,9% an der baden-württembergischen Bevölkerung. Der Anteil der hochbetagten Personen (≥80 Jahre) lag bei 6,9%. Der Altenquotient, der das Verhältnis der 65-Jährigen und älter zur Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter (20-64 Jahre) beschreibt, liegt aktuell bei 34,9% (2022). Dieser wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen (Prognosewerte für 2030: 35%, für 2040: 47%). Laut dem Statistischen Landesamt ist diese Entwicklung zum einen auf die Altersstruktur der Bevölkerung und zum anderen auf die stetig steigende Lebenserwartung zurückzuführen. Dies bringt eine Reihe von Herausforderungen für das Gesundheitssystem mit sich, die es in Zukunft zu bewältigen gilt. Daten zur Altersstruktur der Bevölkerung finden Sie hier im Gesundheitsatlas. Weitere Informationen zur Seniorenpolitik des Landes finden Sie hier.



Neue Bundesstatistik:
Statistik untergebrachter wohnungs­loser Personen

Wohnungslosigkeit stellt ein großes soziales Problem dar, welches sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit sowie den Zugang zum medizinischen Regelsystem auswirkt. Mit dem am 4. März 2020 in Kraft getretene Wohnungslosenberichterstattungsgesetz (WoBerichtsG) wurde die Einführung einer Statistik untergebrachter wohnungsloser Personen sowie einer begleitenden Berichterstattung beschlossen. Die Statistik schließt eine Datenlücke über Umfang und Ausmaß von Wohnungs­losigkeit und schafft damit eine amtliche Daten­grundlage für sozial­politische Entscheidungen. Das Statistische Bundesamt führt die Statistik jährlich (erstmals 2022) zum Stichtag 31. Januar durch. 2023 waren nach den Meldungen von Kommunen und Einrichtungen in Baden-Württemberg 76.510 Personen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. Daten hierzu auf Kreisebene finden Sie hier im Gesundheitsatlas. Weitere Informationen zum Thema Wohnungslosenhilfe finden Sie hier.



Über ein Drittel der an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Hausärztinnen und Hausärzte über 60 Jahre alt
Laut Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sind 37% der Hausärztinnen und Hausärzte in Baden-Württemberg über 60 Jahre alt (Datenstand 2022). Das sind rund 2.600 Hausärztinnen und Hausärzte, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Für diese fehlt flächendeckend der Nachwuchs. Der Trend zur Teilzeittätigkeit verschärft den bestehenden Nachwuchsmangel. Rund 1.400 Hausärztinnen und Hausärzte arbeiten sogar über das Rentenalter von 65 Jahren hinaus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der hausärztlichen Versorgung. Um dem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenzuwirken, wurde in Baden-Württemberg die Landarztquote initiiert, über die jährlich 75 Medizinstudienplätze an Bewerbende vergeben werden, die sich verpflichten, später als Hausärztin oder Hausarzt auf dem Land zu arbeiten („The Ländarzt„) Daten und weitere Informationen – auch zu weiteren Arztgruppen – finden Sie hier im Gesundheitsatlas sowie im Versorgungsbericht 2022 der KVBW.



Neuer Indikator im Gesundheitsatlas: German Index of Socioeconomic Deprivation (GISD)
Der German Index of Socioeoconomic Deprivation (GISD) wurde vom Robert Koch-Institut entwickelt, um Erklärungsansätze für regionale Unterschiede in der Gesundheit durch sozi-oökonomische Faktoren zu bieten. Die Indikatoren des GISD wurden so gewählt, dass sie die Dimensionen Bildung, Beruf und Einkommen abbilden sollen.
Dem Indikator kommt eine besondere Bedeutung zu, wenn zu den Gesundheitsdaten keine Daten zum Sozialstatus auf individueller Ebene zur Verfügung stehen. Daten zum GISD finden Sie auf Kreisebene sowie Gemeindeverbandsebene hier im Gesundheitsatlas.





Am 26.06.23 ist Weltdrogentag
Der Internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, kurz auch „Weltdrogentag“, wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und soll auf die Gefahren des Konsums von illegalen als auch legalen Drogen – wie z. B. Alkohol – aufmerksam machen. Laut einer Sonderauswertung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg verloren im Jahr 2022 insgesamt 179 Menschen in Baden-Württemberg aufgrund von Rauschgiften ihr Leben. Damit ergibt sich ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr (2021: 130 Todesfälle). Über mehrere Jahre hinweg betrachtet, liegt der Wert im Rahmen der jährlichen Schwankungen. In den meisten Fällen wurden im Zuge toxikologischer Untersuchungen Heroin, Kokain oder benzodiazepinhaltige Medikamente – häufig in Verbindung mit anderen Stoffen (Mischkonsum) – als todesursächliche Substanzen festgestellt. Weitere Daten finden Sie hier im Gesundheitsatlas und im Sicherheitsbericht 2022 des Landes. Informationen zu Präventionsmaßnahmen und Hilfsangeboten finden Sie hier.



Am 31.05.23 ist Weltnichtrauchertag
Der Weltnichtrauchertag wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen und wird genutzt, um verstärkt auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Im Mikrozensus werden alle 4 Jahre die Rauchgewohnheiten der Bevölkerung erfasst. Im Jahr 2021 rauchten demnach 18,7% der Männer und 11,8% der Frauen in Baden-Württemberg regelmäßig. Jedoch sind die Anteile der regelmäßigen Raucherinnen und Raucher an der Bevölkerung weiter rückläufig (2017 Männer: 21,9%; Frauen: 15,5%). Die Anteile der früheren Raucherinnen und Raucher stieg hingegen nicht bedeutsam bzw. ist bei den Männern sogar rückläufig. Daraus lässt sich schließen, dass der Rückgang der Raucherquoten nicht daraus resultiert, dass mehr Personen mit dem Rauchen aufhören, sondern weniger Personen mit dem regelmäßigen Konsum beginnen. Daten zu den regelmäßig Rauchenden sowie Nichtrauchenden (frühere Raucherinnen und Raucher) können Sie hier im Gesundheitsatlas einsehen.



Zahl der Lebendgeborenen in Baden-Württemberg 2021 stark gestiegen
Im Jahr 2021 wurden in Baden-Württemberg 113.534 Kinder lebend geboren und damit so viel wie seit langem nicht mehr. Gründe dafür liegen vermutlich zum einen in der hohen Zuwanderung und zum daran, dass die Kinder der geburtenstarken Jahrgängen der Anfang 1960er-Jahre (Babyboomer) nun selbst Kinder bekommen. Ein weiterer Grund ist die gestiegene Geburtenrate pro Frau. Diese lag 2021 bei durchschnittlich 1,63 Kindern je Frau. Innerhalb des Landes zeigen sich hierzu beachtliche Unterschiede, die auf ein Land-Stadt-Gefälle hindeuten. Die höchste Geburtenrate war 2021 mit 1,99 Kindern je Frau im Alb-Donau-Kreis zu verzeichnen. Das Schlusslicht bildete der Stadtkreis Heidelberg mit 1,10 Kindern je Frau. Daten zu den Lebendgeborenen sowie der Geburtenrate können Sie hier im Gesundheitsatlas einsehen.



2021 verunglückten in Baden-Württemberg deutlich weniger Personen im Straßenverkehr – geringer Anteil durch Alkoholeinfluss verursacht
Im Jahr 2021 verunglückten in Baden-Württemberg 37.793 Personen im Straßenverkehr, darunter 348 Personen tödlich. Damit sank die Zahl der verletzen und getöteten Personen infolge von Straßenverkehrsunfällen im Vergleich zu den Vorjahren deutlich (- 2.157 Verunglückte zu 2020). 5,2% der verunglückten Personen wurden bei Unfällen verletzt, in denen Alkohol eine verursachende Rolle gespielt hat. Die Daten der im Straßenverkehr verunglückter Personen auf Stadt-/Landkreisebene je 100.000 Einwohnende zeigen tendenziell höhere Zahlen in dicht besiedelten Kreisen mit vermehrtem Verkehrsaufkommen. Die Daten hierzu finden Sie hier im Gesundheitsatlas.




Am 04.02.2023 ist Weltkrebstag
Der Weltkrebstag findet jedes Jahr am 4. Februar statt. Er wurde durch die Weltkrebsorganisation (UICC) ins Leben gerufen und soll eine der weltweit häufigsten Todesursachen in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Im Jahr 2021 starben 13.834 Männer und 12.131 Frauen aus Baden-Württemberg an den Folgen einer Krebserkrankung. Die Daten auf Landes- und Stadt-/Landkreisebene finden Sie – zur besseren Vergleichbarkeit umgerechnet auf 100.000 Einwohnende – hier im Gesundheitsatlas. Häufigste Todesursachen unter den Krebserkrankungen waren bei Frauen Brustkrebs und bei den Männern Lungenkrebs.





Frauen in Baden-Württemberg leben im Schnitt rund 4 Jahre länger als Männer
Frauen und Männer haben ungleiche Gesundheitschancen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern in der gesundheitlichen Lage zeigen sich unter anderem in der unterschiedlichen Lebenserwartung. Während Männer in Baden-Württemberg eine mittlere Lebenserwartung von 79,8 Jahren haben, liegt sie bei den Frauen bei 84,3 Jahren (Datenstand: 2021). Die höhere Lebenserwartung der Frauen gegenüber der der Männer ist teilweise genetisch bedingt, vor allem aber auch auf unterschiedliche Verhaltensweisen zurückzuführen. Daten zur geschlechtsspezifischen Lebenserwartung in den Stadt-/Landkreisen finden Sie für die Männer und Frauen hier im Gesundheitsatlas.



— 2022 —



Am 03.12.2022 ist internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen
Der weltweite Tag der Menschen mit Behinderungen findet seit 1993 auf Initiative der Vereinten Nationen jeweils am 3. Dezember eines jeden Jahres statt. Dieser Tag soll weltweit die volle Teilhabe und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen bekräftigen. Im Jahr 2021 waren in Baden-Württemberg rund eine Millionen Menschen (957.415) mit einer amtlich anerkannten Schwerbehinderung (Grad der Behinderung von 50 und mehr) registriert. Die Daten auf Landes- und Stadt-/Landkreisebene finden Sie – zur besseren Vergleichbarkeit umgerechnet auf 100.000 Einwohnende – hier im Gesundheitsatlas.





2020 gab es in Baden-Württemberg deutlich weniger alkoholbedingte Krankenhausfälle von Kindern und Jugendlichen
Während es 2019 noch 32,8 alkoholbedingte Behandlungen pro 10.000 Einwohner von 13- bis 19-Jährigen in Baden-Württemberg waren, sank die Zahl 2020 um etwa ein Drittel auf 20,8 Fälle pro 10.000 Einwohnende. Bei den Jungen und Mädchen war der Rückgang ähnlich stark ausgeprägt. Beim Vergleich der Daten auf Landes- und Kreisebene sind deutliche Unterschiede erkennbar. Die Daten können Sie hier einsehen. Der Rückgang lässt sich vermutlich auf die besonderen Bedingungen während der Pandemie (wie Ausgangssperren, Absage von Veranstaltungen) zurückführen.